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Nachtspeicherofen und Asbest – was beim Austausch zu beachten ist

Nachtspeicheröfen werden derzeit reihenweise ausgetauscht – aus energetischen, finanziellen und teils gesetzlichen Gründen. Was dabei gern übersehen wird: Viele dieser Geräte aus den 1960er bis 1980er Jahren tragen asbesthaltige Dämmstoffe in ihrem Inneren.

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Warum Nachtspeicheröfen Asbest enthalten können

Nachtspeicheröfen sammeln nachts mit günstigem Strom Wärme in speziellen Speichersteinen und geben sie über den Tag wieder ab. Damit die Hitze effizient gespeichert und das Gehäuse vor Überhitzung geschützt wird, kamen in vielen Modellen asbesthaltige Dämmplatten und Dichtschnüre zum Einsatz. Asbest passte dafür perfekt: extrem hitzebeständig, schlecht wärmeleitend – ein ideales Isoliermaterial.

Welche Baujahre betroffen sind

Hoch

Vor 1985

Möglich

1985 – 1993

Kein Asbest

Nach 1993

Wer in München in einem Gebäude aus den 1960er, 1970er oder frühen 1980er Jahren noch die originale Nachtspeicherheizung betreibt, sollte grundsätzlich von einem Asbestrisiko ausgehen – egal, wie gut das Gerät noch funktioniert.

Wo genau im Gerät Asbest sitzen kann

Dämmplatten um die Speichersteine

Sie isolieren die heißen Speichersteine vom äußeren Gehäuse und sind die häufigste Fundstelle für Asbest in diesen Geräten.

Dichtschnüre und Dichtungen

An Übergängen und Verschlüssen wurden teils asbesthaltige Schnüre zur Abdichtung verbaut.

Rückwand- und Bodenisolierung

Auch die Isolierschichten an Rückwand und Boden des Geräts können Asbest enthalten.

Von außen ist für Laien praktisch nicht erkennbar, ob und wo Asbest verbaut ist – das Gehäuse selbst verrät es nicht.

Der Auslöser: Austauschpflicht und Modernisierung

In den letzten Jahren ist das Thema stärker in den Fokus gerückt, weil viele alte Nachtspeicheröfen aus energetischen und ordnungsrechtlichen Gründen ausgetauscht werden müssen oder sollen. Wer seine Heizung modernisiert, stößt dabei oft erstmals auf die Frage, was im Inneren des Altgeräts eigentlich steckt.

Das macht das Thema in München gerade besonders aktuell: Eine Modernisierung, die nur den Stromverbrauch senken oder eine moderne Heizlösung ermöglichen soll, kann unversehens zur Asbestsanierung werden, wenn das Altgerät nicht vorab geprüft wird.

Was beim Ausbau zu beachten ist

1

Nicht selbst öffnen oder zerlegen

Das Öffnen des Gehäuses kann bei asbesthaltigen Modellen Fasern freisetzen.

2

Baujahr und Modell vorab klären

Typenschild oder Bedienungsanleitung geben erste Hinweise. Über Hersteller und Modell lässt sich oft recherchieren, ob in der Bauserie Asbest verwendet wurde.

3

Fachbetrieb für die Demontage beauftragen

Bei begründetem Verdacht durch einen erfahrenen Betrieb – nicht durch einen regulären Elektriker ohne entsprechende Qualifikation.

4

Getrennte Entsorgung sicherstellen

Asbesthaltige Dämmteile müssen getrennt als Sondermüll entsorgt werden, mit Entsorgungsnachweis. Ein Münchner Detail: Asbesthaltige Nachtspeicheröfen aus Privathaushalten nimmt der AWM unzerlegt und staubdicht verpackt gebührenfrei an.

Was NICHT zu tun ist

  • Nicht über den Sperrmüll entsorgen, wenn Asbestverdacht besteht
  • Nicht selbst die Speichersteine herausnehmen – genau dabei wird die Dämmung am ehesten beschädigt
  • Nicht auf Verdacht hin anbohren oder öffnen, um nachzusehen

Kosten für Prüfung und fachgerechten Ausbau

Eine fachliche Einschätzung, ob Modell und Baujahr asbestverdächtig sind, ist oft schon ohne Materialprobe möglich, wenn Hersteller und Modell bekannt sind.

Materialprobe mit Laboranalyse50 – 150 €
Fachgerechter Ausbau pro Gerät150 – 400 €
Bei mehreren Geräten in einem Gebäude – etwa einem Mehrfamilienhaus mit Nachtspeicherheizung in jeder Wohnung – sollte die Maßnahme gebündelt geplant werden, was die Kosten pro Gerät meist senkt.

Detaillierte Kostenfaktoren für die gesamte Bandbreite an Asbestsanierungen finden Sie auf unserer Seite Kosten & Entsorgung.

Zu Kosten & Entsorgung →

Häufige Fragen zu Nachtspeicherofen und Asbest

Nachtspeicherofen austauschen? Erst prüfen, dann ausbauen.

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