Warum Giesing beim Thema Asbest besonders betroffen ist
Giesing ist eines der traditionsreichsten Arbeiterviertel Münchens. Die dichten Mietshäuser rund um den Giesinger Berg, die Genossenschafts- und Werkswohnungen und die kleinen Gewerbehöfe entlang der Tegernseer Landstraße prägen den Bezirk – ein Bestand, der zu großen Teilen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der Nachkriegszeit stammt.
Genau dieser Bestand wurde in den 1950er bis 1980er Jahren modernisiert – in einer Zeit, in der Asbest in nahezu jedem Bauprojekt zum Einsatz kam. Neue Böden, neue Bäder, Fassadenverkleidungen und vor allem Nachtspeicherheizungen brachten asbesthaltige Materialien in viele Giesinger Wohnungen.
In Giesing findet sich eine vergleichsweise hohe Dichte an Gebäuden, die bislang kaum oder nur teilweise saniert wurden. Für Eigentümer, die jetzt verkaufen oder renovieren möchten – oft im Zuge des Generationenwechsels im Viertel – wird das Thema Asbest damit zur drängenden Frage.