Asbest im Kleber erkennen – nicht nur unter Vinylböden ein Risiko
Wenn von Asbest im Haus die Rede ist, denken die meisten zuerst an Dächer oder Bodenplatten. Was dabei häufig übersehen wird: der Klebstoff darunter. Klebstoffe wurden über Jahrzehnte mit Asbestfasern verstärkt – nicht nur unter Vinylböden, sondern auch unter Fliesen, Parkett und in Wandverkleidungen.
Jetzt kostenlose Ersteinschätzung bekommen →Warum Klebstoffe überhaupt Asbest enthielten
Asbestfasern wurden Klebstoffen aus einem ähnlichen Grund beigemischt wie anderen Baumaterialien: Sie verbesserten die mechanischen Eigenschaften. Bei Klebstoffen ging es vor allem um Zugfestigkeit, Hitzebeständigkeit und eine bessere Verarbeitbarkeit der zähen Bitumenmassen. Hersteller setzten Asbestfasern in den 1950er bis 1980er Jahren breit ein – die Verwendung war Industriestandard, nicht die Ausnahme.
Da Klebstoffe in der Regel verdeckt unter einem sichtbaren Belag liegen, wurden sie bei der öffentlichen Diskussion um Asbest oft weniger beachtet als etwa Dachplatten. Das führt dazu, dass viele Menschen beim Renovieren nur den sichtbaren Belag im Kopf haben – und den Kleber komplett übersehen.
Die vier häufigsten Klebstoff-Anwendungen mit Asbestrisiko
Vinylboden-Klebstoffe
Schwarze oder dunkelbraune Bitumenklebstoffe unter Vinyl-Fliesen und -Bahnen.
Ausführlich: Asbest im Vinylboden →Fliesenkleber im Bad und in der Küche
Auch unter keramischen Fliesen wurde teilweise asbesthaltiger Klebemörtel verwendet. Die Fliese selbst ist hier nicht asbesthaltig – das Risiko steckt im Verlegematerial.
Fugenmörtel
Der Mörtel zwischen den Fliesen kann ebenfalls asbesthaltig sein, besonders bei älteren, grau-beigen, stark mineralisch wirkenden Verfugungen.
Parkettkleber
Bei Stabparkett und Mosaikparkett wurden Klebstoffe verwendet, die teils ebenfalls Asbestfasern enthielten – meist schwarz und zäh.
Wandverkleidungskleber. Auch bei alten Wandfliesen, Holzpaneelen oder Akustikplatten an Wänden und Decken wurde teilweise asbesthaltiger Klebstoff verwendet.
Wie man Verdachtskleber erkennt – Farbe, Konsistenz, Alter
Eine zuverlässige optische Erkennung ist nicht möglich – aber bestimmte Merkmale erhöhen den Verdacht deutlich.
Farbe
Asbesthaltige Bitumenklebstoffe sind meist schwarz bis dunkelbraun, teerartig. Fliesenkleber und Fugenmörtel mit Verdacht sind oft grau bis beige und wirken mineralischer als moderne, weißlich-cremige Kleber.
Konsistenz
Ältere asbesthaltige Klebstoffe sind häufig härter und brüchiger als moderne, elastische Klebstoffe. Beim Ablösen bricht der alte Kleber oft in Krümeln, statt sich elastisch zu verformen.
Alter und Kontext
Der wichtigste Hinweis bleibt das Baujahr beziehungsweise der Verlegezeitpunkt. Klebstoffe vor 1993 sind grundsätzlich verdachtswürdig – unabhängig vom darüberliegenden Belag.
Hinweis: Geruch und Haptik liefern keine verlässlichen Hinweise. Anders als manche Online-Ratgeber suggerieren, gibt es keinen typischen Asbest-Geruch oder eine fühlbare Eigenschaft, die zuverlässig auf Asbest hinweist.
Das Problem beim Entfernen von Belägen: der Kleber bleibt zurück
Ein in der Praxis besonders häufiger Fehler: Menschen entfernen den sichtbaren Belag – Fliesen, Vinylplatten, Parkettstäbe – fachgerecht oder lassen ihn fachgerecht entfernen, gehen dann aber davon aus, dass damit das Thema abgeschlossen ist. Der Kleber, der am Estrich oder Untergrund haften bleibt, wird übersehen.
Genau hier liegt eine versteckte Gefahrenquelle: Wird der zurückgebliebene Kleberest anschließend mechanisch entfernt – etwa durch Abschleifen oder Abfräsen des Estrichs vor dem Verlegen eines neuen Belags – können erneut Asbestfasern freigesetzt werden, selbst wenn der eigentliche Bodenbelag bereits unbedenklich entfernt wurde.
Was beim Fund von Verdachtskleber zu tun ist
Häufige Fragen zu Asbest im Kleber
Verdächtigen Kleber gefunden? Wir helfen weiter.
Starten Sie die kostenlose Ersteinschätzung – wir koordinieren Ihre Anfrage an einen zertifizierten Fachbetrieb für Probenahme und gegebenenfalls Entfernung.
Jetzt kostenlose Ersteinschätzung bekommen →