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Asbest in der Fassade erkennen – worauf Hausbesitzer achten sollten

Bei der Frage nach Asbest im Haus denken die meisten zuerst an das Dach. Die Fassade gerät dabei oft aus dem Blick. Besonders relevant wird das Thema, wenn eine energetische Sanierung geplant ist: Wer eine Außendämmung anbringen möchte, muss zuerst wissen, was sich unter der vorhandenen Verkleidung verbirgt.

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Welche Fassadenverkleidungen Asbest enthalten können

Faserzement-Fassadenplatten (Eternit-Fassade)

Großformatige, flache Platten, die ab den 1950er Jahren als witterungsbeständige, pflegeleichte Außenverkleidung beliebt waren. Oft in rechteckigen Mustern verlegt, gelegentlich auch in Schindelform.

Asbestzement-Verkleidungen an Giebeln

Besonders an Giebelwänden, die der Witterung stärker ausgesetzt sind, wurden Faserzementplatten häufig zur Wandschutzverkleidung eingesetzt.

Balkonverkleidungen und Brüstungen

Auch an Balkonbrüstungen und Loggien wurden in vielen Mehrfamilienhäusern der 1960er und 1970er Jahre Faserzementplatten verbaut.

Verkleidungen unter Dachüberständen

An Ortgängen und Traufen finden sich oft zusätzliche Faserzementverkleidungen, die bei der Beurteilung leicht übersehen werden.

Ausführliche Materialeinordnung: Eternit-Dach & Asbest →

Der Sonderfall: energetische Sanierung und Außendämmung

Das ist der Bereich, in dem Asbest in der Fassade aktuell am häufigsten zum Thema wird. Immer mehr Hausbesitzer in Hamburg möchten ihr Gebäude energetisch sanieren – mit einer Außendämmung in Form eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS).

Das Problem: Eine Außendämmung kann nicht einfach auf eine bestehende, möglicherweise asbesthaltige Faserzementverkleidung aufgebracht werden, ohne dass diese zuvor geprüft wurde. Je nach Zustand und Befestigungsart kann das Bohren oder Dübeln durch die alte Verkleidung Asbestfasern freisetzen.

Szenario A

Verkleidung entfernen

Die alte Verkleidung wird komplett entfernt, bevor die neue Dämmung angebracht wird.

Szenario B

Verkleidung erhalten

Die Verkleidung bleibt erhalten, die Dämmung wird so konstruiert, dass keine mechanische Beschädigung der alten Schicht entsteht.

Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom Zustand des Materials und der geplanten Konstruktion ab – eine fachliche Beurteilung vor Planungsbeginn ist hier besonders wichtig.

Woran man asbesthaltige Fassadenplatten erkennt

Eine zuverlässige optische Erkennung ist auch hier nicht möglich. Folgende Anhaltspunkte erhöhen jedoch den Verdacht.

Baujahr der Verkleidung

Wurde die Fassadenverkleidung vor 1993 angebracht, besteht grundsätzlicher Verdacht – auch wenn das Hauptgebäude jünger ist.

Optik und Material

Großformatige, flache, graue oder gestrichene Platten mit rauer, mineralischer Oberfläche. Befestigung meist über sichtbare oder verdeckte Nietungen oder Verschraubungen.

Verwitterungszustand

Risse, abblätternde Farbschichten oder eine krümelige Oberfläche erhöhen das Risiko und sind ein Signal für zeitnahen Handlungsbedarf.

Vergleichbare Bauten in der Nachbarschaft

Bei Reihenhaussiedlungen oder einheitlich gebauten Wohnanlagen haben oft alle Gebäude dieselbe Verkleidung – ein hilfreicher Hinweis.

Was bei geplanter Fassadendämmung zu beachten ist

1

Verkleidung prüfen lassen

Materialprobe und Laboranalyse der bestehenden Verkleidung.

2

Vorgehen klären

Gemeinsam mit Fachbetrieb und Energieberater entscheiden: entfernen oder überdämmen.

3

Dämmmaßnahme planen

Erst nach dieser Klärung die eigentliche Maßnahme ausschreiben lassen.

Mehr zum Ablauf der Materialanalyse →

Diese Reihenfolge verhindert, dass bereits beauftragte Dämmarbeiten unterbrochen werden müssen, weil während der Bauausführung unerwartet Asbest entdeckt wird.

Hamburg-spezifisch: welche Gebäude betroffen sind

Mehrfamilienhäuser des sozialen Wohnungsbaus in Wandsbek und Teilen von Harburg mit einheitlichen Faserzement-FassadenelementenMehr erfahren →
Einfamilienhäuser und Reihenhaussiedlungen mit Giebelverkleidungen in Bergedorf und den Vier- und MarschlandenMehr erfahren →
Gewerbeimmobilien und Bürogebäude der 1960er bis 1980er Jahre mit Faserzement aus Kostengründen

Ablauf und Kosten der Fassadensanierung

Der Ablauf entspricht im Kern dem einer Dachsanierung: Sichtprüfung, Materialprobe, bei bestätigtem Befund fachgerechte Demontage durch einen TRGS-519-zertifizierten Betrieb, Entsorgung als Sondermüll mit Entsorgungsnachweis.

Die Kosten hängen stark von der Fassadenfläche und der Zugänglichkeit ab – bei mehrstöckigen Gebäuden kommt häufig Gerüstbedarf hinzu, der die Kosten gegenüber einer reinen Dachsanierung erhöhen kann.

Detaillierte Kostenfaktoren und Preisrahmen finden Sie auf unserer Seite Kosten & Entsorgung.

Häufige Fragen zu Asbest in der Fassade

Fassade vor der Sanierung prüfen lassen.

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